Es handelt sich um eine Fortbildung für Berliner Lehrkräfte (insbesondere der Sekundarstufe) sowie für außerschulische Bildungsakteur*innen aus Berlin mit Bildungsangeboten für allgemeinbildende Schulen zu den Themenbereichen Kolonialismus und Dekolonisierung.
Eine kritische Auseinandersetzung mit dem deutschen und europäischen Kolonialismus ist zentral für das Verständnis seiner Kontinuitäten bis in die Gegenwart. Vor diesem Hintergrund widmet sich die Veranstaltung den folgenden Fragen: Welche Anforderungen ergeben sich an die Auseinandersetzung mit dem Kolonialismus und seinen Kontinuitäten in der Schule? Wie kann eine Auseinandersetzung lebensweltbezogen und diskriminierungssensibel gelingen?
Matti Traußneck wird in einer Keynote die theoretischen Konzepte von Kolonialität und Rassismus einführen und aufzeigen, wie diese historische und gegenwärtige Macht- und Ungleichheitsverhältnisse prägen und ihre Relevanz für die Geschichtsvermittlung herleiten. Rassismus betrifft als Alltagsstruktur alle Menschen und beeinflusst auch die kritische Auseinandersetzung mit der Kolonialgeschichte. Die Keynote thematisiert diese Spannung als Herausforderung für Lehrkräfte und Lernende im Kontext von Schule.
Michelle Crooks stellt in einem Fachimpuls aus zivilgesellschaftlicher Perspektive vor, wie der Berliner Stadtraum als Ausgangspunkt einer Auseinandersetzung mit dem Kolonialismus und den Widerständen gegen den Kolonialismus genutzt werden kann. Daran anknüpfend wird Hendrick Schneider anhand eines von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie veröffentlichten Unterrichtsimpulses einen Transfer in die Unterrichtspraxis exemplarisch darstellen.
In den anschließenden Workshops erhalten die Teilnehmenden konkrete fachliche und didaktische Anregungen für ihre Unterrichtspraxis und haben die Möglichkeit, sich intensiver mit einzelnen inhaltlichen Schwerpunkten auseinanderzusetzen.
Begleitend zu der Veranstaltung stellen außerschulische Bildungspartner*innen bei einem Walk & Talk ihre themenrelevanten Bildungsangebote vor. Die Fortbildung bietet darüber hinaus Lehrkräften und außerschulischen Bildungspartner*innen Raum für Vernetzung und Austausch.
Ablauf
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13:30 Uhr - Anmeldung, Kaffee & Walk & Talk |
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14:00 Uhr - Begrüßung und Eröffnung der Fortbildung (Moderation: Kira Bouaoud) |
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14:15 Uhr - Keynote: Gegenwartsbezug: Rassismus, Kolonialismus und Geschichtsvermittlung |
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14:35 Uhr - Fachimpulse aus der Praxis: Wie der Stadtraum zum Lernort wird: Koloniale Spuren und dekoloniale Perspektiven Hendrick Schneider |
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15:00 Uhr - Kaffeepause und Walk & Talk |
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15:30 Uhr - 3 Parallele Workshops zu Bildungsangeboten für den Unterricht: Wie lassen sich komplexe Fragen der Weltwirtschaft und koloniale Kontinuitäten verständlich und lebendig im Unterricht vermitteln? In diesem interaktiven Workshop lernen Lehrende mit "Cash Clash" eine spielbasierte Methode kennen, um Handelsabkommen, Klimawandel und Schulden praxisnah zu thematisieren. Die Teilnehmenden schlüpfen in die Rolle verschiedener Länder. In der Auswertung werden die Mechanismen inklusive ihrer kolonialen Kontinuitäten analysiert und konkrete Impulse für den Einsatz des Spiels im Unterricht gegeben. Das Spiel ist ab der Jahrgangsstufe 8 einsetzbar und knüpft an den Rahmenlehrplan Berlin‑Brandenburg in Politischer Bildung, Geografie und WAT an und vermittelt fächerübergreifende Kompetenzen im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung.
Workshop 2: Dekoloniale Perspektiven in der Schulentwicklung: Diskriminierungsfreie Räume gestalten und Alltagsrassismus abbauen Wie können Schulleitungen und Lehrkräfte dazu beitragen, dass Schule zu einem diskriminierungsfreien Raum wird? Der Workshop widmet sich gesamtschulischen Ansätzen, die eine strukturelle Veränderung in der schulischen Praxis anstreben. Im ersten Teil des Workshops werden die Arbeit von Deschoolonize e. V. und das Projekt „May Ayim – Ein Denkmal in Bewegung" vorgestellt und Impulse für die Schulentwicklung abgeleitet. Der zweite Teil ist interaktiv gestaltet: Gemeinsam werden Handlungsstrategien zum Umgang mit Alltagsrassismus im Schulalltag erarbeitet und Möglichkeiten eines konstruktiven Umgangs mit Widerständen diskutiert.
Workshop 3: Kontinuitäten des Deutschen Kolonialismus und antikolonialer Widerstand Wie arbeite ich diskriminierungssensibel zu Deutschem Kolonialismus? Welche konkreten Beispiele gibt es für koloniale Kontinuitäten? Wo gibt es Anknüpfungspunkte in der Thematik zur Lebensrealität meiner Schülerinnen und Schüler? Gemeinsam wird zunächst auf didaktische und inhaltliche Kriterien bei der Thematisierung von Kolonialismus im Unterricht geschaut (Sekundarstufe I und II bspw. für Geschichte, Geographie, Sozialkunde, Politikwissenschaft). Nachfolgend steht die Diskussion möglicher Fallstricke im Mittelpunkt. Dem schließt sich die Erarbeitung von Beispielen aus der Praxis an, wie ein diskriminierungssensibler Umgang mit Themen, die mit dem Kolonialismus verbunden sind, gelingen kann. Es werden einige Methoden für den Unterricht simuliert und der neue Comic der Initiative Perspektivwechsel e. V. "Geraubte Geschichte. Vernyuys Suche auf den Spuren der Ngonnso" sowie weitere digitale Lernangebote vorgestellt. Inhaltliche Schwerpunkte der Arbeitsmaterialien liegen bei Fragen von Restitution, Kulturgut und Identität. |
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17:40 Uhr - Take Aways für den Unterricht |
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18:00 Uhr - Abschluss |
Das Programm erhalten Sie als pdf zum Download rechts oben im Kästchen.
Anmeldung
Bitte melden Sie sich für unsere Planung verbindlich bis zum 14.09.2026 rechts oben über den orangen Button "Anmelden" an. Die Teilnahme ist für alle kostenlos.
Wenn Sie sich als Lehrkraft anmelden, machen Sie dies bitte im Kommentarfeld "Bemerkungen" ganz unten im Anmeldeformulars kenntlich. Wir werden uns dann bezüglich einer Anmeldung über das Portal der Fortbildung Berlin mit Ihnen in Verbindung setzen.
Kontakt
Cora Steckel: c.steckel@nord-sued-bruecken.de, 030-92 10 84 102
Förderprogramm
Bildungsprojekte von außerschulischen Bildungsträgern aus Berlin mit Berliner Schulen zu Koloialismus und dessen Kontinuitäten können im Programm „Bildungsarbeit in Schulen zu Kolonialismus und Verantwortung" (BIKO) finanziert werden.
Eine Veranstaltung der Stiftung Nord-Süd-Brücken in Kooperation mit der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie Berlin, dem Berliner Entwicklungspolitischen Ratschlag e.V., Decolonize Berlin e.V. und Bildung trifft Entwicklung (BtE) Berlin Mecklenburg-Vorpommern.