Geförderte Projekte LEZ

Alle von der LEZ geförderten Projekte lassen sich in der Projektdatenbank finden und filtern.

JahrTrägerProjektnameLandFinanzenHomepage
2014FairBindung e. V.Transition Tours BerlinDeutschland
Projektsumme: 6.291,39 €
Fördersumme: 2.000,00 €
www.fairbindung.org

Beschreibung

Das Projekt "Transition Tours Berlin" umfasste insgesamt neun interaktive Radtouren durch Berlin. In fünf Stunden wurden fünf Projekte besucht, die beispielhaft für alternative Wirtschafts- und Lebensweisen stehen. Sie zeigten den Teilnehmenden mit Präsentationen, Verkostungen, Führungen und interaktiven Workshops, wie eine global gerechtere, solidarische und nachhaltige Welt gelingen kann und vermittelten ihnen Fähigkeiten, um selbst aktiv zu werden. Dabei waren etwa Urban Gardening Projekte wie das Allmende Kontor auf dem Tempelhofer Feld, wo Menschen nicht nur regional und saisonal ihre eigenen Lebensmittel produzieren, sondern auch zu einem toleranten Miteinander, demokratischen Prozessen und mehr Nachbarschaft in der sonst anonymen Großstadt beitragen. Aber auch Unternehmen wie Quartiermeister, deren Geschäftsmodell sich in erster Linie am Gemeinwohl und an Nachhaltigkeit, anstatt an möglichst hohen Gewinnspannen orientiert.

Die Teilnehmenden konnten nicht nur zuhören, sondern gesellschaftlichen Wandel mit allen Sinnen erfahren: mit den eigenen Händen beim Wurmkistenbau, mit kreativem Geist beim Upcycling von selbst mitgebrachtem „Müll“ oder mit dem Bauch bei der Verkostung solidarisch gehandelter Produkte. Insgesamt besuchten wir in diesem Jahr 19 Projekte in Neukölln und Kreuzberg.

Ziel

Ziel der „Transition Tours Berlin“ war es, mehr Menschen zum nachhaltigen Handeln zu motivieren und für globale Zusammenhänge zu sensibilisieren. Das Projekt richtet sich in erster Linie an interessierte Berliner Bürgerinnen, die sich nicht im klassischen Bildungskontext bewegen. Durch das niedrigschwellige und interaktive Angebot der Stadttouren konnten diese die vielfältigen Partizipationsmöglichkeiten an alternativen Wirtschafts- und Lebensweisen kennenlernen, sich selbständig damit auseinandersetzen und diese in einen globalen Kontext stellen.

Sie lernten existierende Projekte in ihrer eigenen Stadt kennen und konnten gleichzeitig konkrete Praktiken erproben, die sie selbst in ihrem Alltag anwenden können. Komplexe Thematiken wie globale Handelsbeziehungen und Klimawandel wurden für die Teilnehmenden durch den direkten Kontakt mit Akteurinnen des Wandels greifbar.

2014Ökumene Netzwerk im Nachhaltigkeitsprozess Treptow-Köpenick e. V.Weiterführung der Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit im Rahmen der Eine Welt-KoordinierungsstelleDeutschland
Projektsumme: 17.089,70 €
Fördersumme: 1.950,00 €
www.kommunale-oekumene.de

Beschreibung

Die in den Vorjahren ermittelte innerbezirkliche Eine Welt-Arbeit soll weiter ausgeweitet und in der Öffentlichkeit dargestellt werden. Hierbei wurden 4 neue Projekte und Partnerschaften gefunden und ins Netzwerk integriert.

Die allgemeine Vernetzung der Projekte und der Informationsfluss wurden verbessert und intensiviert. Das Konzept der Bestandsaufnahme aller im Bezirk ansässigen Eine Welt Projekte und Partnerschaften und deren Rahmenbedingungen wurde lokal, regional und überregional bekanntgemacht. Wir waren auf verschiedensten Kongressen und Veranstaltungen deutschlandweit, bspw. In Regensburg beim Katholikentag, in München beim Netzwerk21 Kongress, in Ulm bei der Preisverleihung von „Kommune bewegt Welt“, in Mainz bei der Ökumenischen Versammlung, sowie diversen Veranstaltungen in Berlin, wie dem Zukunftsforum, dem BER, usw..

Die Herausgabe einer neuen 48 Seiten starken Broschüre der Eine Welt Projekte und Partnerschaften im Bezirk Treptow-Köpenick ist deutschlandweit einzigartig und bedeutete eine enorme Karftanstrengung.

Der selbstorganisierte 3. Eine Welt-Fachtag Treptow-Köpenick am 21.11.2014 wurde von vielen Projekten zur Öffentlichkeitsarbeit und Weiterbildung/Qualifizierung genutzt und war ein voller Erfolg.

Ziel

Die Öffentlichkeit soll durch die aktive Eine Welt-Arbeit und deren Präsentation für dieses Thema sensibilisiert werden. Die Flüchtlingsthematik mit den einhergehenden Problemen mit Anfeindungen, Fremdenhass, usw. zeigen deutlich, dass die Eine Welt-Arbeit ein wichtiger Baustein für eine Willkommenskultur ist. Das Ökumenische Büro wird auch weiterhin in der Eine Welt-Arbeit tätig sein und weitet das Handlungsfeld mit einem neuen Mitarbeiter auf die Flüchtlingsarbeit aus.

2014FairBindung e. V.Übersetzung Methodenheft „Endlich Wachstum“Deutschland
Projektsumme: 4.710,00 €
Fördersumme: 1.950,00 €
www.fairbindung.org

Beschreibung

Im Rahmen des Projekts wurde die Übersetzung ausgewählter Methoden aus dem Heft „Endlich Wachstum“ realisiert. Diese wurden im Anschluss zum Download bereitgestellt und somit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Ziel

Ziel des Projektes war es, die Zielgruppe des Methodenheftes „endlich Wachstum“ über Sprachgrenzen hinaus zu erweitern und damit die Debatte über ein gerechtes, ökologisch und sozial nachhaltiges Wirtschaftssystem auf europäischer und internationaler Ebene zu stärken. Zudem wurde durch die englische Publikation der Verbreitungsgrad des Heftes erweitert und sowohl Multiplikatorinnen, als auch den Mitarbeiterinnen von FairBindung e.V. ermöglicht, mit nicht-deutschsprachigen Gruppen zu diesem Themenfeld zu arbeiten. Daneben ermöglicht eine englische Version eine Anwendung von Partner*innen im globalen Süden.

2014NARUD e. V. (Network African rural and urban development e. V.)Fußball und Entwicklung in AfrikaDeutschland
Projektsumme: 7.266,64 €
Fördersumme: 2.000,00 €
www.narud.org

Beschreibung

Fußball zieht viele Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten mit ihrer unterschiedlichen Herkunft an und verbindet sie während des Spiels. Aus diesem Grund dient diese Sportart auch als ideale Kommunikationsplattform zu diversen Entwicklungsfragen. So fungieren viele Fußballer als Botschafter für soziale, kulturelle, ökonomische oder politische Anliegen. Betrachtet man die Strukturen der Fußballvereine in den verschiedenen Regionen der Erde, so entdeckt man erstaunliche Unterschiede. So haben sich seit vielen Jahrzehnten professionelle Ligen in europäischen Ländern etabliert und tragen zur Ankurbelung der Wirtschaft und einer Erhöhung des Bruttoinlandsproduktes bei. Laut dem Statistik-Portal des Bundes und der Länder waren in der Saison 2012/2013 ca. 30.000 Personen als indirekte Beschäftigte im Lizenzfußball (1. und 2. Bundesliga) tätig. Hier sind Manager, Spieler und Ausrüster nicht berücksichtigt. Adidas verzeichnete im Jahr 2012 in der Kategorie Fußball einen neuen Rekordumsatz von deutlich über 1,6 Milliarden Euro (Geschäftsbericht Adidas Group, 2012). In Afrika ist das nicht die Realität. Wo der Afrikanischen Fußball in den 1980er und 90er Jahren noch großer Beliebtheit unter den afrikanischen Völkern fröhnte und sowohl Spieler als auch Zuschauer auf ihre Kosten kamen, sind heute die Stadien leer und die Topspieler im besten Fall in europäischen Clubs untergebracht. Die erste afrikanische Fußballmannschaft, die bis zum Viertelfinale eine Fußball-Weltmeisterschaft (WM 1990) erreichte, bestand zu 85 Prozent aus Spielern der kamerunischen Liga. Heute ist es umgekehrt: über 90 Prozent der kamerunischen Nationalmannschaft sind Stammspieler in europäischen Vereinen. Es herrscht eine Lethargie beim afrikanischen Fußball-Dachverband (CAF). Sein Präsident ist seit zwei Jahr-zehnten an der Macht. Die nationalen Fußballverbände sind regelmäßig in Korruptionsskandale verwickelt und schaffen es nicht ihre Arbeit zu erfüllen. So sagt Samuel Eto´o der weltweit teuerste Fußballspieler 2011/12, über seine Mannschaft Kamerun: „Das Umfeld der Nationalmannschaft besteht aus Dilettantismus und schlechtem Management, das passt nicht zu den Anforderungen, die es braucht, um absoluten Leistungssport auf hohem Niveau zu zeigen.“(Goal.com 28.08.2012). Seit 1999 ermöglicht das FIFA-Goal-Programm profitierenden Mitgliedsverbänden, Projekte zu implementieren, die auf die Entwicklung des Fussballs in ihren Ländern abzielen. Das Programm sowie die WM 2010 in Südafrika konnten jedoch nicht das o.g. strukturelle Problem lösen. Die afrikanische Stars wie Eto´o, Drogba und Adebayor realisieren auch viele Entwicklungsprojekte in Afrika. So hat Eto´o eine Stiftung gegründet, die zahlreiche Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit und Infrastruktur umgesetzt hat. Trotz des Engagements der großen Fußballstars für ihre Länder erhalten Sie nicht die Wertschätzung, die sie verdienen. Die örtlichen Regierungen sehen in ihnen Konkurrenz oder füllen sich in ihren Machtpositionen bedroht. Das bedeutet, dass die mangelhafte Organisation und das Fehlen an Visionen auf der höheren Ebene die Entwicklung des Fußballs auf dem Kontinent bremst.

Ziel

Das Oberziel des Projekts war Förderung der Auseinandersetzung mit den Millenniumzielen und dessen Verwirklichung, besonders das MDG 1 Bekämpfung von extremer Armut und Hunger und das MDG 8 Teilziel 20: In Zusammenarbeit mit den Entwick-lungsländern Strategien zur Schaffung menschenwürdiger und sinnvoller Arbeitsplätze für junge Menschen zu erarbeiten und umzusetzen. Direktes Ziel des Projektes war es, die Fußball-WM in Brasilien zu nutzen, um eine Botschaft über die realistischen Bilder des afrikanischen Fußballs zu liefern und das Potential von Fußball für die Entwicklung des Kontinents Afrika für das Berliner Publikum sichtbar zu machen. Am Ende des Projekts haben die Teilnehmer (Schüler/innen) neue Kenntnisse erworben und werden Multiplikatoren in ihrer Schule. Das Interesse der Schulen und Jugendträger wurde geweckt und sie konnten vor Ort erfahren wie Schulen sich international zum Thema Fussball und Sport in allgemein engagieren können. Durch das Projekt wurden die Teilnehmer befähigt das Thema kritisch zu analysieren und den globalen Zusammenhang des Themas zu erkennen.

Projektpartner: Afrika-Haus, Besiktas-Berlin, Sportamt-Mitte, Lessing Gymnasium

201414 Kilometers – the shortest distance between North Africa and Europe e. V.Flucht // Migration // Entwicklung. Facetten der Migration zwischen Nordafrika und EuropaDeutschland
Projektsumme: 1.991,01 €
Fördersumme: 1.641,01 €

Beschreibung

Die von 14km e.V. in Kooperation mit der Deutsch-Arabischen Freundschaftsgesellschaft organisierte Fachtagung thematisierte die komplexen Zusammenhänge zwischen Flucht, Migration und Entwicklung zwischen dem europäischen und dem afrikanischen Kontinent.

Das Thema Migration im euromediterranen Raum ist unmittelbar mit den Umbrüchen in der Arabischen Welt verbunden und nimmt dabei eine höchst komplexe und kontroverse Rolle ein. Die Bilder der gekenterten Boote afrikanischer Flüchtlinge lösen in Europa in regelmäßigen Abständen öffentliche Diskussionen aus, und legale sowie illegale Migration sind hierzulande mittlerweile zum Wahlkampfthema geworden. Auch in Nordafrika, das eine wichtige Transitregion auf dem Weg nach Europa darstellt, werden Migration und Transitmigration problematisiert. In Deutschland organisieren sich immer mehr MigrantInnen auf zivilgesellschaftlicher Ebene, sie setzen von der „Diaspora“ aus entwicklungspolitische Projekte in ihren Herkunftsländern um und leisten gleichzeitig wertvolle Beiträge für die interkulturelle Arbeit in Deutschland. Der Hintergrund der Veranstaltung war, dass Migration im öffentlichen Diskurs in Deutschland oft undifferenziert und nicht selten populistisch als soziales Problem stilisiert wird, welches ausgehend von den Ländern des globalen Südens die Sozialsysteme belastet. Die Fachtagung sollte stattdessen die vielschichtigen Hintergründe in den Herkunftsländern und die dortige Migrationssituation thematisieren, sowie die durch Migration geschaffenen sozialen Netzwerke zwischen und innerhalb des afrikanischen und europäischen Kontinents und das darin liegende Potenzial diskutieren.

Die zweitägige Fachtagung war partizipativ und niedrigschwellig angelegt und richtete sich grundsätzlich an Menschen, die sich für die Thematik interessieren und sich ein differenzierteres Bild machen wollten. Darüber hinaus bot die Veranstaltung Migrant/innenorganisationen sowie anderen Organisation, die sich mit der Thematik Flucht, Migration und Entwicklung zwischen den beiden Kontinenten beschäftigen, eine Plattform und die Gelegenheit, eigene Projekte vorzustellen, Ideen auszutauschen, sich untereinander zu vernetzen und Partner für neue Initiativen zu finden.

Die Fachtagung gliederte sich in drei Teile mit verschiedenen thematischen Schwerpunkten: Zunächst standen die Migrationsprozesse von Nordafrika nach Europa im Fokus, im Anschluss daran wurden die Migrationssituation in den Ländern Nordafrikas und damit verbundene Herausforderungen beleuchtet. Im dritten Themenblock wurde schließlich das entwicklungspolitische und soziale Potenzial von Migration diskutiert. In einem anschließenden mehrstündigen „BarCamp“, einem sehr offenen und dynamischen Format, wurden die konkreten Inhalte der einzelnen „Sessions“ von den Teilnehmenden selbst bestimmt. In einer Abschlussdiskussion wurden die Ergebnisse schließlich dem gesamten Plenum vorgestellt.

Zu den wichtigen Erkenntnissen gehörte, dass beim Thema Flucht und Migration im entwicklungspolitischen aber auch im sozialpolitischen und gesellschaftlichen Kontext momentan ein beachtenswertes Umdenken stattfindet. Obgleich sich die deutsche und die europäische Politik noch sperrt, waren sich die Teilnehmenden einig, dass eine Änderung der Haltung weg von Abschottung und Versuchen der Verhinderung von Migration hin zu einem konstruktiveren Umgang mit Migration und einem sozialeren Umgang mit Flüchtlingen wie Migrant/innen nicht mehr fern und auch nicht mehr zu verhindern ist.

Im Rahmenprogramm wurde die Reportage „Fremd“ von Miriam Faßbender gezeigt, die für eine Auseinandersetzung über den Film anwesend war. Außerdem war in den Tagungsräumlichkeiten eine Ausstellung über Fußball und Entwicklung in Afrika von NARUD e.V. installiert.

Ziel

Ziel der Fachkonferenz ist eine differenzierte Auseinandersetzung mit dem Phänomen Migration aus, nach und über Nordafrika. Die Vielschichtigkeit dieser Thematik wird einem breiten Publikum zugänglich gemacht und über die sozialen Netzwerke der Teilnehmenden sowie die Medienpartner nach außen getragen. Unterschiedliche Menschen, die sich im Bereich Migration und Nordafrika engagieren, zeigen eine Vielzahl von Perspektiven auf und berichten über ihre Arbeit. Zugleich bietet die Veranstaltung den beteiligten Organisationen die Möglichkeit, sich untereinander zu vernetzen und ihre Projekte vorzustellen. Die Fachkonferenz dient darüber hinaus der entwicklungspolitischen Bildung aller Interessierten, da das enorme Potenzial von MigrantInnen in der Entwicklungszusammenarbeit in das Zentrum der Diskussion gerückt wird. Hierbei wird besonderer Wert darauf gelegt, die AkteurInnen selbst zu Wort kommen zu lassen, um von ihren Erfahrungen profitieren zu können. Auf diese Weise sollen auch Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt werden, mit denen von Deutschland aus entwicklungspolitisches Engagement in Nordafrika und Deutschland aktiv unterstützt werden kann. Der Fachtag zielt explizit auf die Sensibilisierung der deutschen Öffentlichkeit für die mit Migration verbundenen menschlichen und sozialen Dimensionen ab. Dazu gehört auch der Abbau von Vorurteilen in der deutschen Bevölkerung gegenüber MigrantInnen, insbesondere aus Nordafrika und dem Mittleren Osten.

2014Gesellschaft für internationale Entwicklung Berlin e. V.11 Vorträge im Rahmen der Ringvorlesung Entwicklungspolitik XXVIDeutschland
Projektsumme: 655,70 €
Fördersumme: 575,70 €

Beschreibung

Das Projekt umfasst 11 Vorträge im Rahmen der Ringvorlesung Entwicklungspolitik. Die Ringvorlesung richtet sich an Mitglieder internationaler Organisationen, an die Öffentlichkeit und an Studierende. Sie bietet ExpertInnen die Möglichkeit, Vorträge zu aktuellen Themen zu halten, zu hören und zu diskutieren, sowie jungen international interessierten Menschen einen Einstieg in die Thematik und einen Überblick über die entwicklungspolitische Landschaft. Da der Erwerb von Leistungspunkten und Teilnahmebescheinigungen möglich ist, wird das Angebot im Bereich des Studium Generale für Studierende sinnvoll ergänzt. Dies nehmen jedoch nur - wie die Erfahrung zeigt - die wenigstens in Anspruch. Der Großteil der durchschnittlich 80 bis 100 Teilnehmenden interessiert sich für die angebotenen Themen ohne Studienpunktzwang.

Die Vorlesung im Sommersemester möchte nach vielen Jahren eine grundlegende Einführung die Entwicklungspolitik geben. Die Referenten aus Politik, Politikberatung, Wissenschaft, Durchführungs- und Nicht-Regierungsorganisationen werden entwicklungspolitische Organisationen, deren Konzepte und entwicklungspolitische Praxis vorstellen . Die Programme der letzten Jahre finden sie unter: www.sid-berlin.de/ringvorlesung

Die Ringvorlesung Entwicklungspolitik ist eine Institution in der entwicklungspolitischen Bildungslandschaft in Berlin geworden und wird seit Beginn an zu 100 % ehrenamtlich veranstaltet. Der zeitliche Aufwand und damit personelle Engpass bei der Ringvorlesung liegt nicht darin, das Programm auf die Beine zu stellen und Zusagen von ReferentInnen zu bekommen (dies ist für das kommende Semester bereits geschehen). Es gibt auch immer wieder Angebote von Experten, die bei der Ringvorlesung sprechen möchten, ohne dass wir sie anfragen. Nach über 13 Jahren Programmorganisation sind die ehrenamtlichen SID OrganisatorInnen sehr effektiv und effizient geworden, so dass das Programm netto in 3-4 Tagen Arbeit auf die Beine gestellt ist. Der Engpass besteht vielmehr im Betreuungsaufwand der ReferentInnen und in der Vorbereitung der Moderation (ca. 5-6 Stunden einmal pro Woche). Dies ist, nachdem die Organisatoren alle selbst keine Studenten mehr sind und auch familiär sowie beruflich gefordert sind, für uns rein ehrenamtlich nicht mehr zu leisten. Ca 3-4 Personen von SID Berlin teilen sich diese arbeitsintensive Aufgabe. Die TU Berlin stellt uns lediglich die Räumlichkeiten z.V., unterstützt uns aber ansonsten nicht finanziell. Daher wird für das Fortbestehen der Ringvorlesung eine Förderung durch die LEZ angestrebt.

Ziel

  1. Information und Sensibilisierung der (Fach)Öffentlichkeit.

  2. Die 11 Vorträge sollen dazu beitragen, das Verständnis der interessierten (Fach) Öffentlichkeit über entwicklungspolitische Strategien, Methoden und Organisationen zu verbessern. Die Ringvorlesung möchte dazu beitragen, junge Menschen für Themen der EP/EZ und der nach-haltigen, friedlichen Entwicklung zu interessieren, für internationales Engagement zu werben, den interdisziplinären Austausch von wissenschaftlichen und praktischen Erkenntnissen zu fördern sowie Synergien zwischen der Theorie und der Praxis der EZ zu schaffen.

  3. Stärkung des Austausches von interessierten Privatpersonen, OrganisationsvertreterInnen, WissenschaftlerInnen zu Themen der Entwicklungszusammenarbeit bzw. -politik.

  4. Stärkung des Angebots an entwicklungspolitischen Veranstaltungen für Studierende der Berliner Hochschulen und die (Fach) Öffentlichkeit.

2014Solidaritätsdienst International e. V. (SODI)Fachtag Global denken – lokal handelnDeutschland
Projektsumme: 5.056,29 €
Fördersumme: 2.037,00 €
www.sodi.de

Beschreibung

Ein Fachtag zu Fairem Wirtschaften – Beschaffung, Migration – Flucht und Globalem Lernen für professionelle AkteurInnen und Fachpublikum des Bezirks und der Bereiche Jugend / Schule / Bildung (VertreterInnen des Bezirks, der BVV, Jugendfreizeiteinrichtungen, Schulen, Kindertageseinrichtungen, Horte, lokale Gruppen und Vereine der Bildungs- , Schulsozial- und Jugendarbeit, Bürgervereine, MDOs …) aus Treptow-Köpenick und anderen Berliner Bezirken wurde im Rahmen des Projekts geplant, organisiert, umgesetzt und ausgewertet. Neben professionellen AkteurInnen nahmen auch SchülerInnen, Auszubildende sowie geflüchtete Jugendliche am Fachtag teil.

In fachlichen Inputs („Charlottenburg-Wilmersdorf als erste Fairtrade-Town der Hauptstadt - ein Beispiel das Schule macht?", „Sozialverantwortlich beschaffen – aber wie? Anknüpfungspunkte für den Bezirk Treptow-Köpenick“, "Grenzen Europas - Grenzen der Menschenrechte? Asyl in Europa, Deutschland und Berlin“), einer Podiumsdiskussion ("Was tun mit dem Globalen Lernen in unseren Arbeitsfeldern?"), einem Videobeitrag (Kurzfilm „Lifestyle“), welcher von und mit geflüchteten Jugendlichen gestaltet und präsentiert wurde, und vier Workshops (WS 1 Verantwortlicher Einkauf – Wie kann praktischen Herausforderungen auf kommunaler Ebene begegnet werden?, WS 2 "Grenzen Europas - Grenzen der Menschenrechte?" Asyl in Europa, Deutschland und Berlin, WS 3 Globales Lernen und Bildung für eine Nachhaltige Entwicklung praktisch umsetzen, WS 4 Kommunen als Schrittmacher einer Bildung für nachhaltige Entwicklung?) wurde relevantes ExpertInnenwissen weitergegeben und diskutiert.

Ebenso wurden Praxisbezüge thematisiert, diskutiert und Anschlussmöglichkeiten der Themen für das eigene Arbeitsfeld, den Bezirk Treptow-Köpenick und die eigene Lebensgestaltung identifiziert. Speziell wurden die Themen nachhaltige und faire Wirtschaft / Beschaffung sowie Flucht und Migration entwicklungspolitisch aufbereitet, präsentiert, diskutiert und in Zusammenhang zu Globalem Lernen gesetzt und bearbeitet. Ebenso realisierte das Projekt Vernetzung, Austausch und Synergien zwischen diesen professionellen AkteurInnen.

AkteurInnen des Bezirks und der Berliner NRO-Landschaft (insb. AkteurInnen des Globalen Lernens) konnten sich am begleitenden Markt der Möglichkeiten präsentieren sowie untereinander und mit Teilnehmenden ins Gespräch kommen.

Ziel

  1. Austausch AkteurInnen unterschiedlicher Gruppen, Vereine, Verwaltungen, Ausschüsse usw. kamen miteinander formell und informell ins Gespräch (in den Workshops, Pausen und Markt der Möglichkeiten), tauschten sich aus und arbeiteten in Workshops kooperativ zusammen.

  2. Wissenszuwachs Die Teilnehmenden wurden zu den jeweiligen Themengebieten umfassend informiert (z.B. wesentliche Prinzipien Fairer Beschaffung und des Fairen Handels, Rechtslage Geflüchteter in Berlin, Möglichkeiten des Globalen Lernens).

  3. Handlungsanregung Durch die Unterstützung externer ExpertInnen konnten die Teilnehmenden konkrete Maßnahmen - Handlungsoptionen - Empfehlungen für sich und ihr jeweiliges Arbeitsfeld erarbeiten (z.B. Erarbeitung erster Kriterien zur Gestaltung eigener Leitfäden für Einkauf und Beschaffung, konkrete Handlungsempfehlungen zum Thema Beschaffung für die Bezirksverwaltung, konkrete Forderungen für die Verankerung von Globalem Lernen in Treptow-Köpenick, Diskussion eigener Projektideen des Globalen Lernens und möglicher Kooperationen).

2014SONED (southern networks for environment and development) in Friedrichshain e.V.11.Weltfest am BoxiDeutschland
Projektsumme: 22.927,48 €
Fördersumme: 2.000,00 €
www.soned.de

Beschreibung

Motto des Weltfestes 2014 war „Work in Progress – für menschenwürdige Arbeit weltweit“. Erklärtes Ziel war es ein öffentliches Bewusstsein zum Thema menschenunwürdige Arbeitsbedingungen vor allem im Globalen Süden, aber auch im Globalen Norden zu schaffen.

Dem allgemein verbreiteten Mythos, dass Arbeit automatisch vor Armut schützt, sollte in Zeiten von sogenannten „working poors“, prekärer und sklavenähnlicher Beschäftigung, Kinderarbeit und Zwangsprostitution durch Rednerbeiträge auf der Bühne und durch Infostände entgegengetreten werden. Das Weltfest bot zudem eine Plattform um den Zusammenhang der „Geiz ist Geil“ Mentalität hierzulande, d.h. dem Kauf von Billig- und Wegwerfware, und menschenunwürdiger Arbeit weltweit herzustellen sowie die BesucherInnen aktiv in Form von Infoständen für das Thema zu sensibilisieren und alternative Einkaufspraktiken aufzuzeigen.

Alternativen oder besser alternativ gelebte Arbeitsformen mit dem Anspruch nachhaltiger Lebensweisen bildeten einen weiteren Schwerpunkt des diesjährigen Weltfests. Aus diesem Grund wurde nachhaltigen Projekten und ihren Produkten und Zielsetzungen aus dem Globalen Süden und der Region ein besonderer Platz auf dem Weltfest eingeräumt. Insbesondere die Wanderausstellung „DO UT DES(lat. ICH GEBE, DAMIT DU GEBEN KANNST) – Nachhaltigkeit vom Süden lernen“, die in einem Ausstellungsdom zentral präsentiert wurde, ermöglichte es dem Publikum nachhaltige Projekte aus dem Süden kennenzulernen und bot Raum sich darüber auszutauschen und selbst aktiv zu werden.

Zudem war „Deine Stimme gegen Armut“ mit der Kampagne „Nimm kein Blatt vor den Mund, sondern ein Megafon“ präsent. Dabei nahmen die BesucherInnen ein Pappmegafon mit dem Slogan - Ich geb‘ alles – für menschenwürdige Arbeit bei uns und weltweit - in die Hand und machten Fotos. „Deine Stimme gegen Armut“ konnte wiederum die Beiträge der UnterstützerInnen vom Weltfest und natürlich vieler anderer nutzen, um die politischen Forderungen nach menschenwürdige Arbeit zu stärken. Am 7. Oktober 2014 haben schließlich 172 Abgeordnete das Manifest für menschenwürdige Arbeit unterschrieben. Neben dieser Kampagnenarbeit hat der Bundesverband unabhängiger Handwerkerinnen und Handwerker (BUH e.V.) auf die Situation von HandwerkerInnen ohne Meisterbrief aufmerksam gemacht und forderte die Abschaffung des Meisterzwangs als Beitrag zu menschenwürdiger Arbeit.

Für das diesjährige Weltfest hatten wir uns eine Mitmachaktion überlegt, die die BesucherInnen aktiv in die Veranstaltung einbezog und einen größeren Zulauf an den Infoständen bewirkte. Ziel war es zehn Münzen an den teilnehmenden Ständen zu sammeln, die durch das Lösen von Aufgaben zum diesjährigen Motto, zu bekommen waren. Der Erfolg wurde auf dem Tombola-Los markiert. Am Ende konnten die teilnehmenden BesucherInnen kleine Geschenke aussuchen, an der Tombola teilnehmen und einen Preis gewinnen.

Ziel

Mit allen Aktivitäten verfolgen wir das Ziel die Themen Hunger, Armut und die Zusammenhänge zu unserem Lebensstil und unseren Konsumgewohnheiten zu verdeutlichen.

2014Lateinamerika Nachrichten e. V.Recht auf Arbeit für Kinder? Das Fallbeispiel Bolivien und seine internationale DimensionDeutschland
Projektsumme: 1.564,00 €
Fördersumme: 1.264,00 €
lateinamerika-nachrichten.de

Beschreibung

In vielen Ländern der Welt müssen Kinder arbeiten gehen. Hauptgründe sind das niedrige Einkommen und die Ausbeutung ihrer Eltern. Mit ihrer Arbeit leisten die Kinder einen Beitrag zur finanziellen Unterstützung ihrer Familien. Dennoch ist Kinderarbeit gemeinhin verboten. Weniger bekannt ist, dass viele Kinder auf ihr Recht zu arbeiten bestehen und sich dementsprechend gegen das Verbot von Kinderarbeit aussprechen. Stattdessen fordern Kinderbewegungen, Armut und Ausbeutung abzuschaffen. Diese Stimmen werden jedoch in der kontroversen Auseinandersetzung um Kinderarbeit in Medien wie in der (entwicklungs-) politischen Diskussion selten beachtet.

Um diese Problematik zu thematisieren, wurde eine zweitägige Veranstaltung zum Thema am 27. und 28. Juni 2014 organisiert. Die Abendveranstaltung am 27.Juni 2014 richtete sich an eine breite, interessierte Öffentlichkeit. Dr. Manfred Liebel (INA-FU Berlin, TU Berlin) und Dr. Peter Strack (Leiter des Regionalbüros Südamerika von terre des hommes) gaben eine Einführung, die grundlegenden Informationen und Diskussionslinien zum Themenfeld Kinderrechte/Kinderarbeit vermitteln und zur Diskussion stellen sollte. Prof. Dr. Manfred Liebel legte insbesondere die Perspektive von Kinderrechtsbewegungen/-organisationen dar und riss das Thema Kinderrecht an. Dr. Peter Strack berichtete in seinem Beitrag von seinen Erfahrungen mit KinderarbeiterInnen in Bolivien und hielt zudem einen Vortrag zum Thema „Verbot von Kinderarbeit“.

In einem halbtägigen Workshop am Folgetag (Samstag, 28. Juni 2014) wurden die aus der Abendveranstaltung erfassten Kontroversen und Fragestellungen wieder aufgegriffen. Ziel war es insbesondere, an die offenen Punkte der Abendveranstaltung anzuknüpfen und diese eingehender zu diskutieren und zu vertiefen. Überdies wurde der Kernfrage nachgegangen, wie eine differenzierte, die Nord-Süd-Dimension des Themas einbeziehende Position entwickelt werden kann und wie wir im Globalen Norden das Anliegen der Kinder(-rechtsorganisationen) adäquat vermitteln und unterstützen können.

Den Schwerpunkt des Workshops bildete das Fallbeispiel Bolivien. Zunächst gab Dr. Peter Strack eine umfassende Einführung in die Thematik, um die Informationen und Thesen vom vorigen Tag wieder aufzugreifen. Daraufhin zeigte die Journalistin Elisabeth Weydt (zusammen mit ihrem Kameramann Jakob Fuhr) ihren jüngsten Dokumentarfilm zu dem Thema, woraufhin es Zeit für Fragen und eine Diskussion gab. Danach hatten wir die Gelegenheit, ein Skype-Gespräch mit einer Repräsentantin der Kinderbewegung in Potosí, Bolivien zu führen. Dies erlaubte einen Einblick in das Thema Kinderarbeit aus der Perspektive der arbeitenden Kinder selbst zu bekommen.

Ziel

Die überwiegende Mehrheit von Regierungen und NROs beharren auf einem Verbot von Kinderarbeit, um Kinder vor Ausbeutung und Mißbrauch zu schützen. Doch gibt es ebenso wohlbegründete Positionen, die der Auffassung sind, dass eine solche Haltung den faktisch arbeitenden Kinder schaden kann. Angeführt wird hier, dass ein rigoroses Verbot (arbeitende) Kinder in die Informalität zwinge, wo sie noch mehr Gefahren ausgesetzt sind. Außerdem gelte es zu berücksichtigen, dass Kinder oft keine andere Wahl haben als zu arbeiten, weil ihre Familien sonst nicht überleben können.

Zweifelsohne sind Kinder einer besonderen Gefahr der Ausbeutung ausgesetzt, doch müssen sie auch als Subjekte anerkannt werden, die in der Lage sind zu bestimmen, was für sie gerecht und was ungerecht ist.

Ziel der Veranstaltungen war die Auseinandersetzung mit dem Thema Kinderarbeit unter Berücksichtigung der Perspektive der Kinder selbst. Diese Realität wurde den Zielgruppen, die sich für dieses Thema interessieren respektive dazu arbeiten, ver-mittelt und zur Diskussion gestellt.

2014Grüne Liga Berlin e. V.Klimagerechtigkeit jetzt! Was lernen wir von Amazonien in Zeiten des Klimawandels?Deutschland
Projektsumme: 8.139,12 €
Fördersumme: 2.000,00 €
www.grueneliga-berlin.de

Beschreibung

Die Roll-Up Ausstellung „Klimagerechtigkeit Jetzt!“, bestehend aus 21 Roll-ups und 21 Stoffplanen, wurde von der gleichnamigen Initiativgruppe realisiert. Die Texte wurden von Fachleuten der Initiativgruppe verfasst, s.u.

Geeignete hochwertige und ausdrucksstarke Fotos, die die Themen repräsentieren, konnten von Kolleg/-innen aus Brasilien und Kolleg/-innen aus Deutschland, die in Brasilien tätig waren, verwendet werden. Außerdem mussten einige Dias gescannt werden.

Der Gruppe lag besonders viel daran, die Wirtschafts- und Lebensweisen von indigenen Völkern sowie von Gemeinschaften der Kautschukzapfer, Fischer und Schwarzengemeinschaften, Nachfahren entflohener schwarzer Sklaven aufzuzeigen: ihre zeitliche und räumliche Anpassung an Wald und Fluss im Jahreszyklus. Diese Texte waren unterlegt von Forschungen von Ethnobiologen und Forschungsarbeiten zu den einzelnen Gemeinschaften.

Mitwirkende der Initiativgruppe waren mehrfach im Austausch mit dem „Internationalen Klima-Bündnis europäischer Städte mit den Indigenen Völkern der Regenwälder e.V.“. Sie baten sowohl die internationale Geschäftsstelle als auch das österreichische Klimabündnis, eine Tafel zu erstellen, um Vorbilder für die Arbeit im Klimabündnis publik zu machen.

Mit Hilfe der Ausstellung wird nun eine intensivere Aufklärungsarbeit über den gesellschaftlichen Naturbezug indigener Völker und ihren Beitrag zur Wahrung des Klimas sowie die problematische Rolle der Großprojekte im Energie- und Bergbausektor öffentlich diskutierbar und nachvollziehbar. Als Beispiel für nachhaltige Klimastrategien werden Bündnisse zwischen den Regionen, von denen Emissionen ausgehen und die die Emissionen mindern wollen, hervorgehoben. Auch der alltägliche Konsum muss auf diesem globalen Hintergrund reflektiert werden, wenn wir konsequent klimabewusst leben wollen.

Ziel

Förderung interkultureller Begegnungen und Dialoge, die gegenseitige Lernprozesse und den Aufbau von Klimabündnissen ermöglichen. Indigene Organisationen unterstützen wir bei der Durchsetzung ihrer Rechte und ihren Bildungsstrategien.

2014Zentrum für Europäische und Orientalische Kultur (ZEOK) e. V.Fachtagung: Gemeinsam für das Selbstbestimmungsrecht des saharauischen VolkesDeutschland
Projektsumme: 6.739,05 €
Fördersumme: 1.500,00 €
zeok.de

Beschreibung

Die Westsahara gilt als letzte Kolonie Afrikas, seitdem Spanien 1975 seine ehemalige Kolonie dem Nachbarstaat Marokko für eine völkerrechtswidrige Besetzung überließ. Gegenwärtig leben ca. 160.000 Flüchtlinge in Camps auf algerischem Staatsgebiet. Marokko sichert die Grenzen mit mehreren Mio. Antipersonenminen und 170.000 Soldaten und unterdrückt die saharauische Bevölkerung durch Siedlungspolitik, Ausbeutung der natürlichen Ressourcen sowie Folter und „Verschwindenlassen“ von politischen Gefangenen.

Die UNO beabsichtigt seit 1991 ein Referendum durchzuführen, was erfolgreich durch Marokko verhindert wird. Diese „Hinhaltetaktik“ führt zunehmend dazu, dass insbesondere junge Saharauis den Glauben an eine politische Lösung des Konflikts am Verhandlungstisch verlieren und ein Ende des von der UNO vermittelten Waffenstillstands fordern. Gleichzeitig spitzt sich die humanitäre Lage in den Flüchtlingslagern durch eine krisenbedingte Halbierung der internationalen Hilfslieferungen zu, von denen die Flüchtlinge zu 100% abhängig sind.
Bisher wird Marokko im Weltsicherheitsrat von Frankreich, Spanien und den USA unterstützt. Die Saharauis haben international lediglich die African Union und lateinamerikanische Staaten mit eigener Kolonialgeschickte geschlossen an ihrer Seite.

Nachdem die internationale Solidarisierung mit der Westsahara in den letzten 20 Jahren deutlich zurückgegangen ist, wird seit einiger Zeit die parlamentarische und zivilgesellschaftliche Unterstützung wieder stärker. Allerdings existierten hierzu bisher kaum internationale Vernetzungsstrukturen. In Schweden, Finnland, Norwegen, England, Irland, Belgien, Österreich, der Schweiz und in Deutschland gibt es zunehmend parlamentarische Initiativen und Organisationen, die politische Entscheidungsträger*innen in der EU und europäischen Staaten zum Handeln im Sinne des Völkerrechts bewegen und sich hierzu vernetzen wollen.

So hat sich auch in Deutschland mit dem Verein „Freiheit für die Westsahara e.V.“ Ende 2012 ein auf Bundesebene agierender Verein gegründet. Der Verein thematisiert gegenüber Parlamentarier*innen und Bundesregierung die Völker- und Menschenrechtsverletzungen in der Westsahara und versucht hierzu eine kritische Öffentlichkeit aufzubauen.

Eine zweitägige internationale Fachtagung in Berlin hat vom 12. bis 13. Dezember 2014 einen Anfang für eine notwendige Vernetzung zwischen Akteuren aus o.g. Ländern geschaffen.

Ziel

Ziel der Fachkonferenz war es, den o.g. Akteur*innen erstmals ein Forum zu bieten, eine gemeinsame Bestandsaufnahme zu gegenwärtigen Einflussmöglichkeiten auf der Ebene der EU vorzunehmen. Zudem wurde begonnen, ein Netzwerk für gemeinsame und abgestimmte Kampagnen aufzubauen. Neben der völkerrechtlichen Perspektive des Konfliktes ging es dabei auch um die Frage der Menschenrechtsverletzungen in den besetzten Gebieten der Westsahara, um die Ressourcenausbeutung, an der auch die EU beteiligt ist, und um die humanitäre Dimension des Konfliktes. Die Arbeit in Kleingruppen ermöglichte einen intensiven Austausch in den verschiedenen Handlungsbereichen. Diese Fachkonferenz diente auch den Unterstützungsstrukturen in Deutschland, die sich z.T. im Aufbau befinden, im Sinne einer Diskursverortung und deutschlandweiten sowie internationalen Vernetzung.

2014Watch Indonesia ! - Für Demokratie, Menschenrechte und Umwelt in Indonesien und Osttimor e. V.Hindernisse des Demokratisierungsprozesses in Indonesien – Künstlerisch-integratives ‚Wayang‘ Theater als alternative Lern- und ProtestformDeutschland
Projektsumme: 2.130,78 €
Fördersumme: 1.300,00 €
www.watchindonesia.de

Beschreibung

Mit Hilfe dieses Projekts wollten wir die Demokratie in Indonesien von einer anderen Seite beleuchten. Nach dem Sturz von Suharto im Jahr 1998 wurden verschiedene Reformen durchgeführt. So errichtete man demokratische Institutionen und führte neue Gesetzte ein, die die Freiheit der Bürger garantieren sollten. Leider entwickelt sich der Demokratisierungsprozess nicht wie erwartet. Indonesien hat heute eine sogenannte electoral democracy. Das bedeutet, dass die politische Teilhabe der Bürger zu freien und direkten Wahlen zwar gewährlistet wird, in anderen Rechtsaspekten aber erhebliche Einschränkungen zu beobachten sind. Ein Beispiel hierfür ist die Religionsfreiheit, nach der jeder Indonesier dazu verpflichtet ist, sich zu einer vom Staat anerkannten Religion zu bekennen. Ferner sind die politischen Entscheidungen des Landes oftmals von den Interessen der korrupten Eliten geprägt.

Dieses andere Gesicht der indonesischen Demokratie findet in der Medienberichterstattung zu Indonesien jedoch kaum Beachtung. Vielmehr wurde Indonesien in den letzten Jahren von vielen internationalen Wissenschaftlern und Regierungsoberhäuptern einseitig und undifferenziert als größte Demokratie Asiens mit enormem Wirtschaftswachstum angepriesen.

Watch Indonesia! ist eine Menschenrechtsorganisation, die politische Bildungsarbeit leistet. In Zusammenarbeit mit Aliansi Peduli KBRI wollten wir durch dieses Projekt das andere Gesicht der indonesischen Demokratie in künstlerischer Form differenziert darstellen. Dafür haben wir das indonesische Schattentheater Wayang ausgewählt. Eine Gruppe von in Berlin lebenden AktivistInnen und StudentInnen erarbeitete unter der künstlerischen Leitung des indonesischen Schattenspielers Herlambang Bayu Aji ein Schattentheater. Bis zum Aufführungstag fanden in regelmäßigen Abständen Workshops statt. Das Schattentheater ‚ Jamakakarta- Das Land der Affen‘ wurde am 14.8. im Theaterhaus Mitte Berlin aufgeführt. Das Theater war innerhalb kürzester Zeit bis auf den letzten Platz besetzt. Nach Vorführung bekamen die Schauspielerinnen und Schauspieler ein außerordentlich gutes Feedback sowie Vorführungsanfragen für das In- und Ausland.

Ziel

1) Die deutsche Gesellschaft für die Problematik der Demokratie, Korruption durch unseren Workshop und das Theaterstück zu sensibilisieren.

2) Alternative Lernmethoden und kulturellen Reichtum Indonesiens zu verbreiten und der deutschen Gesellschaft (spezifisch: unsere Zielgruppe) Handlungsmöglichkeiten aufzeigen.

2014New Hope and Light e. V.Globale Kita in Berlin: Klima und EnergieDeutschland
Projektsumme: 2.118,68 €
Fördersumme: 900,00 €

Beschreibung

Globales Lernen wird kaum in Kindergärten in Berlin gefördert. Mit diesem Pilotprojet haben wir Globales Lernen in Kitas gebracht.

Kindergärten sind ein wichtiger Lernort wo spielerisch und altersgerecht Globales Lernen vermitteln werden kann, weil Kinder, die schon früh erleben wie das Miteinander der Kulturen das eigenen Leben bereichern, Erfahrungen machen, die prägend sind. Auch als Erwachsene werden sie Vielfalt respektvolle begegnen und größere Bereitschaft zeigen, auf Menschen anderer Kulturkreise zuzugehen. Da die Eltern unsere sekundäre Zielgruppe waren, werden Sie durch die Kinder erfahren, dass Sie ihrem Umgang mit Energie ändern können, die weit über Berlin und Deutschland hinausreichen können.

„Das Leitbild einer zukunftsfähigen Entwicklung in Berlin sollte sich daher auf ein Lernen über Weltverhältnisse beziehen, das - statt abstrakte Fernprobleme zu vermitteln - den Kindern und Jugendlichen ein differenziertes Verständnis der eigenen multikulturellen Lebenswelt erschließt, die längst in globale Zusammenhänge verwoben ist. Ein solches Lernen soll dazu befähigen, dass sich die Menschen als Teil der Einen Welt verstehen dass ihr eigenes Leben, ihre Stadt und ihr Land weltweit vernetzt sind und dass lokale Entscheidungen Wirkungen haben können, die weit über Berlin und Deutschland hinausreichen..“

Quelle: http://www.berlin.de/imperia/md/content/senatsverwaltungen/senwaf/wirtschaft/lez/globlernen.pdf?start&ts=1127682178&file=globlernen.pdf Wir haben mit dem Projekt dazu beigetragen, Globales Lernen schon in Angeboten für Kinder ab 4 Jahren in Kindergärten zu verankern.

Ziel

Mit dem Projekt möchten wir den Kindern ein positives Bild von der Welt mitgeben, damit sie als Grundlage für jedes weitere Denken und Handeln eine positive Haltung gegenüber der Natur haben. Sie sollen einen ersten Blick zu dieser globalen Welt bekommen. Durch das Projekt erfahren die Kinder: Mein Handeln hat Konsequenzen. Nicht nur für mich, sondern auch für andere. Ich kann etwas tun, um die Welt ein Stück zu verbessern. Ein solches Denken ist notwendig, um Veränderungen und dringende Umweltprobleme wie den Klimawandel, anzustoßen.

2014Mama Afrika e. V. Bildungsprogramm im Rahmen des Bazaar Berlin 12.11. 2014 bis 14.11.2014Deutschland
Projektsumme: 914,54 €
Fördersumme: 600,00 €

Beschreibung

Im Rahmen vom Bazaar Berlin, der vom 12. bis 14. November 2014 stattfand, organisierten die Messe Berlin, Mama Afrika und 10 weitere Vereine ein Bildungsprogramm sowie Aktivitäten unter dem Thema „Migration, Toleranz und Kultur“. Die Angebote richteten sich vorrangig an Kinder und Jugendliche von der Grundschule bis zur Oberstufe und bestehen aus einem umfangreichen Bildungsangebot der verschiedenen Vereine. Es waren aber auch alle anderen Besucher des Import Shops eingeladen, die Informationsangebote und Aktivitäten wahrzunehmen.

Unser Verein möchte durch seine Aktivitäten den interkulturellen Austausch fördern sowie über die weibliche Genitalverstümmelung aufklären. Zur Förderung des interkulturellen Austauschs bot Mama Afrika drei unterschiedliche Informations- und Aktionsstände an, die Schüler aber auch Erwachsene für Afrika interessieren sollen: Die jüngeren Schüler konnten erfahren und sehen, wie Kinder in afrikanischen Ländern ihr Spielzeug selbst herstellen. Ausserdem lernten sie auf spielerische Weise die verschiedenen Länder Afrikas kennen. An einem zweiten Stand konnten die Schüler eigene Schmuckkreationen entwerfen, für sich selbst oder für Freunde und Verwandte. Zwei Frauen brachten interessierten Besuchern afrikanische Techniken des Haareflechtens bei oder flechteten auf Wunsch Frisuren an einem dritten Stand.

Für Oberschüler hat Mama Afrika e.V. einen Vortrag über Beschneidung konzipiert, der einmal am Tag für die Schüler (Mi-Fr) gehalten wurde.

Ziel

Der Verein informiert die europäische Öffentlichkeit sowie Vereine und Organisationen, die sich dem Thema FGM widmen, aus erster Hand über die dramatischen physischen Auswirkungen durch FGM auf die Mädchen und Frauen in Afrika und Europa. Er betreibt Aufklärung und versucht die kulturelle Dimension und Komplexität dieser noch in vielen Ländern Afrikas vorherrschenden Praktik zu verdeutlichen. Die weibliche Beschneidung ist eine über Jahrhunderte, ja über Jahrtausende angewandte Praktik, die ein Ausdruck für Wertevorstellungen, gesellschaftliche Normen und Traditionsbewusstsein ist. Deshalb lässt sich das Thema nur mit einem komplexen Verständnis für die Situation und einem äußerstem Feingefühl diskutieren. Die Anwesenheit einer Exertin ist somit unabdingbar. Das Thema ist ein in allgemein tabuisiertes Thema sowohl in afrikanischen Ländern als auch in Europa. Die Information zum Thema muss genau und sensibel erfolgen.

Dazu bedarf es in einem Schritt einer zwanglosen Atmosphäre, um FGM im Gespräch zu thematisieren. Deshalb bieten wir an unseren Ständen nicht nur Aufklärung über die weibliche Genitalverstümmlung an, sondern versuchen über das Interesse an der afrikanischen Kultur einen Einstieg in das Thema FGM anzubieten.

2014Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft Kreuzberg-San Rafael del Sur e. V.Prävention von Dengue für Neugeborene in San Rafael del SurNicaragua
Projektsumme: 3.438,56 €
Fördersumme: 3.062,20 €
www.staepa-berlin.de

Beschreibung

Seit einigen Jahren wird in verschiedenen Regionen Nicaraguas, so auch in San Rafael del Sur, im Verlauf der halbjährigen Regenzeit in der zweiten Jahreshälfte ein zunehmend hohes Auftreten des gefährlichen Denguefiebers konstatiert. Das Virus wird durch den Stich einer Mücke übertragen und ist in tropischen und subtropischen Gebieten verbreitet. Die Krankheit äußert sich häufig mit unspezifischen Symptomen oder solchen, die einer schweren Grippe ähneln; es kann aber auch zu inneren Blutungen kommen. Bei einem schweren Krankheitsverlauf können ein sogenanntes „Hämorrhagisches Denguefieber“ (DHF) oder ein Dengue-Schock-Syndrom (DSS) auftreten, die beide zum Tode führen können. Bislang gibt es gegen die Erkrankung weder eine Impfung noch eine spezifische antivirale Behandlung.

Das zentrale Gesundheitszentrum von San Rafael del Sur und die kleinere Filiale im Küstenort Masachapa sind zuständig für die medizinische Versorgung von 49 Gemeinden des Landkreises mit 9.506 Haushalten und 42.921 Einwohnerinnen (Stand 2013). Für einen permanenten Kontakt mit den Gemeinden steht den Gesundheitszentren ein Netzwerk von 90 ehrenamtlichen Gesundheitshelferinnen und Hebammen zur Verfügung.

Die Larven der das Virus übertragenden Stechmücke entwickeln sich in stillen Gewässern und den Trinkwasserreservoirs der einzelnen Haushalte. Da in vielen dörflichen Gemeinden nur für wenige Stunden am Tag Zugang zu sauberem Trinkwasser besteht, wird dieses in der Regel in großen Tonnen gespeichert, die sich als sehr geeignete Brutstätten eignen. Um die insbesondere für Kinder gefährliche Epidemie nachhaltig einzudämmen, haben die Gesundheitszentren im Rahmen einer Präventionskampagne alle häuslichen Trinkwassertonnen mit chemischen Larviziden (Pyriproxyfen) versehen, die eine Reproduktion der Larven zu weiteren Generationen von Stechmücken verhindern. Da die Larven darüber hinaus trockenresistent sind, können sie jedoch längere Zeit ohne Wasser überleben und zu einem späteren Zeitpunkt wieder aktiv werden. Für eine effektive Bekämpfung ist daher auch eine möglichst umfassende Ausstattung der Haushalte mit Moskitonetzen erforderlich.

Das Gesundheitszentrum hatte geplant, mindestens alle Haushalte mit Schwangeren und Neugeborenen (ca. 900/Jahr) mit Moskitonetzen zu versorgen. Wegen der unzureichenden finanziellen Ressourcen des Gesundheitszentrums konnten jedoch ca. 280 Personen dieser besonderen Zielgruppe nicht berücksichtigt werden, so dass sie einer erhöhten Gefährdung ausgesetzt sind. Im Rahmen des Projekts wurden dem Gesundheitszentrum San Rafael del Sur die fehlenden 280 imprägnierten Moskitonetze zur Verfügung gestellt, um eine vollständige Versorgung aller Schwangeren und Neugeborenen zu gewährleisten.

Ziel

Ziel des Projekts war eine schnelle und nachhaltige Reduzierung von Infektionen mit dem Erreger des Denguefiebers bei Schwangeren und Neugeborenen. Durch Nutzung der Moskitonetze verfügte die Zielgruppe über einen effektiven und nachhaltigen Schutz vor einer Infektion.

58 / 58