Unter dem Motto „Menschenwürde im Ausverkauf“ trafen sich am Montag, 06. Juli 2026, Vertreterinnen und Vertreter von über 20 Entwicklungs- und Hilfsorganisationen vor dem Bundeskanzleramt. Auch die Stiftung Nord-Süd-Brücken beteiligte sich an der gemeinsamen Protestaktion. Mit Schildern und Bannern im Stil von Werbeaktionen machten die Teilnehmenden auf die erneuten finanziellen Kürzungen in der Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe aufmerksam. Botschaften wie „Weniger Geld ausgeben, weniger Menschen schützen“ oder „Die Bundesregierung spart Solidarität kaputt“ verdeutlichten die Kritik an den Einsparungen.
Hintergrund der Protestaktion ist die Verabschiedung des Kabinettsentwurfs für den Bundeshaushalt 2027. Nach erheblichen Kürzungen in den Vorjahren macht der Anteil für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe nur noch rund zwei Prozent des Bundeshaushalts aus. Damit ist dieser auf dem niedrigsten Stand seit 15 Jahren.
Gerade angesichts zunehmender Krisen, der sich zuspitzenden weltpolitischen Lage und der extremen Notlagen im Globalen Süden gewinnen Hilfeleistungen und internationale Solidarität zunehmend an Bedeutung. Die Kürzungen erschweren die Unterstützung von Menschen, die unter anderem von Hunger, bewaffneten Konflikten oder den Folgen der Klimakrise betroffen sind. Teilweise wird notwendige Hilfe dadurch sogar unmöglich.
Mit der Protestaktion setzten die beteiligten Organisationen ein Zeichen gegen den Haushaltsentwurf. Sie fordern eine stärkere finanzielle Priorisierung der Entwicklungszusammenarbeit und humanitären Hilfe sowie die Einhaltung der internationalen Zusagen Deutschlands. Die Botschaft der Aktion war dabei eindeutig: Menschenwürde und Solidarität dürfen niemals ausverkauft werden.
Pressemitteilung von Venro - Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe