2024 war ein wahrlich aufregendes und intensives Jahr für die Stiftung Nord-Süd-Brücken sowie für die ostdeutsche entwicklungspolitische Zivilgesellschaft im Allgemeinen.
Im März 2024 endete die 10. Amtsperiode der Stiftungsorgane. Bei den anstehenden Wahlen wurden neun Ratsmitglieder und vier von fünf Vorstandsmitgliedern neu gewählt. Die scheidenden Vorstandsmitglieder und Ratsmitglieder wurden für ihr langes und außerordentliches Engagement für die Stiftung und die Belange ostdeutscher Vereine Ende Mai im Rahmen der 30-Jahr-Feierlichkeiten der Stiftung angemessen gewürdigt. Die Staffelübergabe in beiden Gremien hat sehr gut geklappt. Stiftungsrat und Vorstand haben die Herausforderungen, die im Kleinen wie im Großen auf die Stiftung zukommen, routiniert angenommen. Hierzu zählten 2024 u.a. die inhaltliche Vorbereitung einer Zukunftswerkstatt der Stiftung und der Umgang mit fehlenden Haushalten und angekündigten finanziellen Kürzungen, die sich u.a. aus den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen sowie aus den Haushaltsverhandlungen im Berliner Senat ergaben. Diese Unsicherheiten reichten tief ins Jahr 2025 rein und belasteten vor allem die betroffenen Vereine und Träger. Lange war auch die Länderfinanzierung des Eine Welt-Promotor*innen-Programms in MV unsicher. Letztlich hat sich alles für die ostdeutschen Vereine zum Guten gewendet, auch dank der guten Lobbyarbeit der Landesnetzwerke und sehr engagierter Kolleg*innen in den Länderverwaltungen. Die Stiftung unterstützte diese Arbeit, so dass die Finanzierung in den unterschiedlichen Programmen, die die Stiftung betreut, erst einmal auf weiter hohem Niveau gesichert werden konnte.
Für das Jahr 2024 standen erfreulicher Weise noch einmal mehr Fördermittel für Berliner und ostdeutsche NRO in den insgesamt elf Förderprogrammen der Stiftung zur Verfügung: Insgesamt wurden 318 Projekte mit einer Summe von knapp 7,5 Mio. Euro gefördert. Hierzu berichten wir ausführlich in dem Kapitel Fördertätigkeit.
Im Bereich der Vermögensverwaltung konnte ebenfalls ein recht gutes Ergebnis erzielt werden. Der Überschuss war etwas geringer als im Vorjahr, aber weit über dem Durchschnitt der Jahre 2015–2023. Mehr zum Thema Vermögensverwaltung, der Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung finden Sie in dem Kapitel Finanzen.
Politisch wird aus dem Jahr 2024 für die Stiftung, wie für so viele andere, der 6. November 2024 in Erinnerung bleiben. Morgens wachten wir alle mit der Gewissheit auf, dass Donald Trump ein zweites Mal Präsident der USA werden wird, nachmittags zerbrach die Ampel-Koalition. Mit beiden so unterschiedlichen Ereignissen brachen auch für entwicklungspolitische und zivilgesellschaftliche Akteure sehr unruhige und unsichere Zeiten an, in denen die Stiftung weiterhin versucht, gemeinsam mit Partner*innen und Gleichgesinnten, einen Akzent für die Vernunft, für eine Alternative zu Egoismus, Zerstörung und Menschenfeindlichkeit zu setzen und die demokratische und offene Gesellschaft zu verteidigen. Diese Suche und Orientierung fand bis Ende des Jahres ihren konkreten Ausdruck u.a. in der Auswertung der ostdeutschen Landtagswahlen mit ihren Konsequenzen für die entwicklungspolitische Zivilgesellschaft und in der Veröffentlichung eines vielbeachteten Diskussionspapiers zu Veränderungen in der entwicklungspolitischen Inlandsarbeit. Der Austausch mit Landesnetzwerken, Verbänden und Staat zu diesen Themen hält auch über den Jahreswechsel an und beschäftigt uns 2025 weiterhin.
Nun wünschen wir Ihnen und Euch eine interessante Lektüre des Jahresberichtes!