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Vermögensverwaltung 2009

Nach dem Krisenjahr 2008 konnte die Vermögensverwaltung 2009 mit einem guten Ergebnis abschließen. Zwar sind die Einnahmen in der Vermögensverwaltung auf 668 T€ gesunken (Vj. 725 T€) und damit so niedrig wie noch nie in der Stiftungsgeschichte, die Ausgaben verringerten sich aber ebenfalls und zwar um 99% auf nur noch knapp 12 T€. Die niedrigeren Erträge spiegeln deutlich die seit mehreren Jahren andauernde Entwicklung auf dem Kapitalmarkt mit einer sinkenden Umlaufrendite (Durchschnittsverzinsung) wider. Mit diesem Problem, geringere Zinserträge für neu zu erwerbende Wertpapiere bzw. niedrige Zinserträge für bereits erworbene Wertpapiere, wird die Stiftung wohl auch in den nächsten Jahren konfrontiert sein.
Die Ausgaben sanken, da nur wenige Abschreibungen auf Einzelaktien anfielen. Ein Ausgabeaufschlag musste nur für eine Beteiligung entrichtet werden. Da die Stiftung inzwischen alle Wertpapiere selbst verwaltet, entfielen auch die Kosten für die externe Vermögensverwaltung, die im Vorjahr noch bei 14 T€ lagen.
Der Überschuss in der Vermögensverwaltung beträgt 656 T€. Davon wurden 57% bzw. 377 T€ zur Finanzierung des ideellen Bereichs und damit der Fördertätigkeit der Stiftung eingesetzt. Mit den verbleibenden 279 T€ wurde die freie Rücklage bzw. eine sonstige Rücklage für zukünftige Wertminderungen des Stiftungskapitals dotiert.
Die Erhöhung dieser Rücklage, die im Vorjahr nahezu aufgelöst wurde und die der Stärkung und nachhaltigen Erhaltung des Stiftungskapitals dient, ist dringlich, wie diese Grafik zeigt.

Entwicklung des Stiftungsvermögens

Unterlegt man das Stiftungskapital mit dem Verbraucherpreisindex seit 1995 müsste das Stiftungskapital bei einem realen Kapitalerhalt bereits 21 Mio. € betragen. Dagegen beläuft sich der reale Wert der Finanzanlagen inklusive liquider Mittel zum Jahresende auf 18,1 Mio. €. Zum realen Kapitalerhalt fehlen daher nahezu 3 Mio. €. Stiftungsrechtlich ist nur der nominale Kapitalerhalt notwendig, dies ist mit einem Stiftungsvermögen in Höhe von nominal 16.855.612,96 €und einem Finanzanlagevermögen (inkl. Liquidität) per 31.12.2009 in Höhe von 18.153.075,63 € gegeben.
Der langfristige Erhalt des Stiftungsvermögens und seine ethisch korrekte sowie nachhaltige Anlage hat die Diskussionen zur Vermögensanlage im Vorstand das gesamte Jahr geprägt.

Insgesamt wurden Anleihen und Zertifikate im Umfang von 2,2 Mio. € fällig, die erneut in Anleihen, aber auch in ethisch-ökologische Fonds von Sarasin, einen Solar-Genussschein der Umweltbank, eine Solarbeteiligung und in ein Darlehen investiert wurden.
Mit der erstmaligen Vergabe eines Darlehens an eine Gruppe des Mietshäusersyndikats in Lübeck hat die Stiftung Neuland betreten. Dieser Schritt wurde vorab ausführlich rechtlich und inhaltlich bei einem Treffen mit der Berlin-Brandenburger Gruppe des Mietshäusersyndikats und mit der Gruppe aus Lübeck geprüft. Ein weiteres Darlehen, das dem Kultur- und Initiativenhaus Greifswald zugesagt wurde, kam bisher nicht zur Auszahlung, da die Kaufverhandlungen vorerst gescheitert sind.
Die Stiftung sieht in dieser „kapitalmarktfernen“ Form der Vermögensanlage eine geeignete Chance, ihre inhaltlichen Ansprüche und eine trotzdem ausreichende Sicherheit und Rendite in Übereinstimmung zu bringen.
Zukünftig will die Stiftung diesen Bereich ausbauen. Daher hat der Vorstand eine neue Vermögensstruktur beschlossen, die auch ethisch-ökologische Beteiligungen und Darlehen einschließt. Bis diese Struktur vollständig umgesetzt ist, werden noch einige Jahre vergehen, da die Darlehen zeitlich gestaffelt vergeben werden sollen, um Zinsrisiken vorzubeugen.
Da auch die Mischfonds Aktien enthalten, liegt der tatsächliche Aktienanteil zum Jahresende bei 15,3%.
Aufgrund sinkender Zinsen erhöhten sich die Kurswerte der Anleihen, aber auch die Aktien und Fonds konnten ihre Verluste aus dem Vorjahr zum Teil kompensieren. So stieg das Finanzanlagevermögen seit Jahresbeginn um 6,4%. Die in der Bilanz nicht ausgewiesenen stillen Reserven erhöhten sich daher um 694 T€ auf 1 Mio. €. Berücksichtigt man die Ausschüttung an den ideellen Bereich, ergibt sich eine Rendite des Stiftungskapitals von 9,3% (Vorjahr: 3%).
Die Zusammenarbeit mit den Kritischen Aktionären wurde fortgesetzt. Stimmrechte von E.On, BASF, Allianz, Deutsche Bank, BMW und Continental wurden an sie übertragen. Auch das INKOTA-netzwerk e.V. nutzte im Rahmen der Kampagne für Saubere Kleidung Stimmrechte von Adidas und Puma.

Struktur Wertpapiere per 31.12.2009

 
 
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