Vermögensverwaltung 2008
Der Vorstand hat sich in fast allen Sitzungen mit der
Vermögensverwaltung und der Haushaltssituation befasst. Bereits im März
wurde eine Reduzierung des Aktiendepots bei Delbrück Bethmann Maffai
(DBM) um 150 T€ vorgenommen, die sukzessive umgesetzt wurde. Anfang
Oktober wurden dann nach kurzfristiger Entscheidung im Umlaufverfahren
weitere 200 T€ an Aktien veräußert, um weiteren Verlusten vorzubeugen.
Nachdem die Kurse bis Mitte Oktober aber weiter gefallen waren,
verständigte sich der Vorstand in seiner außerordentlichen Sitzung am
14.10.08 darauf, keine weiteren Aktien zu verkaufen, sondern den
verbliebenen Aktienbestand langfristig zu halten, keine weiteren
Verluste zu realisieren und auf eine mittel- bis langfristige
Kurserholung zu hoffen. Da die Veroptionierung der Aktien durch DBM das
ständige Risiko des Aktienabrufs beinhaltet, wurde das CCW-Modell
ausgesetzt und mit Beschluss des Vorstands am 3.11.08 der
Vermögensverwaltungsvertrag mit DBM ganz gekündigt, da ohne
Veroptionierung sonst nur unnötige Kosten für den
Vermögensverwaltungsvertrag anfallen würden. Zum Jahresende betrug die
Aktienquote noch ca. 14 % (einschließlich der in den Fonds enthaltenen
Aktien).
Außer den Umschichtungen/Verkäufen im Aktienbestand
wurden nur wenige Transaktionen vorgenommen. Drei Anleihen in Höhe von
798 T€ wurden endfällig, und es wurden vier Anleihen in Höhe von
nominal 600 T€ neu erworben.
Aufgrund der eher durchwachsenen
Erfahrungen mit börsennotierten Wertpapieren beschäftigte der Vorstand
sich auch mit Anlagealternativen wie Beteiligungen, aber auch Darlehen
und Krediten, die nicht den Wertschwankungen des Kapitalmarktes wie
Aktien, Renten und Fonds ausgesetzt sind. Neben der (geringfügigen)
Aufstockung des bereits vorhandenen geschlossenen Immobilienfonds
beschloss der Vorstand daher auch Anteile an einem von der BFS
initiierten Mezzanine-Fonds zu erwerben, der Unternehmen aus der
Sozialwirtschaft Investitionsmittel zur Verfügung stellt. Trotz des mit
einer solchen Beteiligung verbundenen wirtschaftlichen Risikos sieht
die Stiftung in solchen Anlageformen auch eine Möglichkeit, ihrer
politischen und sozialen Verantwortung mit der Vermögensanlage gerecht
zu werden. Der Vorstand will sich daher auch 2009 weiter mit solchen
Fragestellungen beschäftigen. Zur Frage Darlehen und Kredite bzw.
alternativen Anlagemöglichkeiten fand auch ein erster
Erfahrungsaustausch mit Jörg Rohwedder von der Bewegungsstiftung statt,
die ihr gesamtes Vermögen ethisch und nachhaltig anlegt.
Das
Finanzanlagevermögen (inkl. Liquidität) nach Kurswerten verminderte
sich im Jahresverlauf um -960.468,94 €. Die in der Bilanz nicht
ausgewiesenen stillen Reserven belaufen sich auf 306.658,88 €. Das zu
erhaltende Stiftungsvermögen in Höhe von nominal 16.855.562,96 € ist
mit einem Finanzanlagevermögen (inkl. Liquidität) per 31.12.2008 in
Höhe von 16.983.112,40 € erhalten.
Durch die Übertragung von
Stimmrechten verschaffte die Stiftung den Kritischen AktionärInnen
Aufmerksamkeit bei mehreren Jahreshauptversammlungen (u.a. bei Allianz,
Telekom, Commerzbank, Deutsche Bank, BMW, Continental, E.On, BASF und
Bayer). Auch das Inkota-netzwerk e.V. nutzte im Rahmen der Kampagne für
Saubere Kleidung Stimmrechte von Adidas und Puma.
Finanzielle Ergebnisse
Insbesondere durch hohe Abschreibungen bei den Wertpapieren auf den Kurswert vom 31.12.2008 schloss die Vermögensverwaltung mit einem Verlust in Höhe von 246.432,45 € ab. Dieser wurde in voller Höhe aus der freien Rücklage gedeckt. Daneben wirkten sich aber auch der Rückgang der Erträge um 59 T€ auf 652 T€ und der Buchgewinne um 188 T€ auf nur noch 21 T€ – also der wesentlichen Einnahmen in der Vermögensverwaltung – negativ aus.
Die Aufwendungen für Kursverluste stiegen um 44 T€ auf insgesamt 98 T€, die sonstigen Aufwendungen erhöhten sich durch den Rückkauf von Optionen auf 32 T€ (Vorjahr 29 T€). Somit fielen inklusive der Abschreibungen (841 T€) Aufwendungen in Höhe von 971 T€ an.
Das Jahr 2008 war für die Vermögensverwaltung damit das zweitschlechteste Jahr in der Geschichte der Stiftung und das zweite Jahr nach 2002 in dem die Vermögensverwaltung mit einem Verlust abgeschlossen hat.
In den einzelnen Anlageklassen wurden folgende Ergebnisse erzielt (berücksichtigt wurden nur reale Abschreibungen und nicht die Kursentwicklung):




