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Reisen bildet Vorurteile?

Was bewirken Nord-Süd-Schulpartnerschaften bei den beteiligten Schüler/innen (aus Deutschland)?

13. Januar 2014, 14.00 – 17.00 Uhr

Robert-Havemann-Saal/Haus der Demokratie/Greifswalder Str. 4

Einleitender Input:
Dr. Luise Steinwachs, Berlin-Postkolonial e.V.

Kommentare von:
-    Birgit Mitawi, RAA Brandenburg e.V.
-    Lawrence Oduro-Sarpong, Living Diversity Consulting
-    Sigrun Landes-Brenner, Brot für die Welt/Evangelischer Entwicklungsdienst

Anschließend:
gemeinsame Diskussion

Der Austausch und die Begegnung von Schüler/innen aus Deutschland und verschiedenen Ländern des Globalen Südens soll bei allen Beteiligten einen Lernprozess über sich und andere befördern, die Fähigkeit zu einem Perspektivenwechsel unterstützen und ein kritisches Nachdenken über die eigene Rolle in der globalen Welt provozieren. Begegnungsprogramme haben den Anspruch zu bilden, Horizonte zu erweitern und vorhandene individuelle und kollektive Vorurteilsstrukturen aufzuweichen. Mögliche Wirkungen von Schulpartnerschaften und Begegnungsprogramme werden in der Regel – und aus unterschiedlichen Gründen – nur in Hinblick auf die deutschen Teilnehmenden und Schulen beobachtet bzw. „gemessen“.

Der Berliner Verein Berlin-Postkolonial e.V. hat nun ein Papier zu „Persönlichen Begegnungen in Schulpartnerschaften“ vorgelegt, in dem die Autorin Dr. Luise Steinwachs u.a. zu dem Schluss kommt, dass persönliche Begegnungen im Rahmen von Schulpartnerschaften Vorurteile und Klischees verstärken können. Zudem führen persönliche Begegnungen eher zu Selbstversicherung der Jugendlichen und zu einem starken Drang, helfen zu wollen, anstatt aufkommende Irritationen im Rahmen der Begegnung zuzulassen, auszuhalten und mit dieser Verunsicherung konstruktiv um zugehen.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass sowohl die Vor- und Nachbereitung, als auch die Begleitung einer Schulpartnerschaft durchgreifend verbessert werden muss – um überhaupt noch solche Begegnungsreisen zu rechtfertigen.

Grundlage des Papiers ist eine Erhebung an sieben Schulen und Gespräche mit Lehrer/innen und Schüler/innen, die an zwei Begegnungsreisen mit Schulpartnerschaften aus verschiedenen afrikanischen Ländern teilgenommen haben. Zudem wurden noch 90 Berichte von Lehrer/innen und Schüler/innen ausgewertet. Das Papier finden Sie unter folgender Adresse im Internet:
berlin-postkolonial.de/cms/images/dokumente/partnerschaftentwickleln/steinwachs_2012_zitat_arm_aber_gluecklich_schuelerbegegnungen.pdf

Im Rahmen des Fachgespräches wird Dr. Steinwachs zu Beginn die wesentlichen Ergebnisse der Erhebung und die daraus abzuleitenden Konsequenzen vorstellen. Im Anschluss sollen die Ergebnisse aus unterschiedlichen Perspektiven durchaus kontrovers diskutiert werden.

Birgit Mitawi von der RAA Brandenburg wird die Ergebnisse aus Sicht eines Vereins kommentieren, der praktische und langjährige Erfahrungen bei der Begleitung von brandenburgisch-sansibarischen Schulkontakten besitzt.

Lawrence Oduro-Sarpong arbeitet als Trainer mit Jugendlichen, die an Nord-Süd-Schulpartnerschaften teilgenommen haben. Er wird davon berichten, ob und in welchem Maße sich Eindrücke aus den Begegnungsreisen in Äußerungen und Handlungen der Jugendlichen in der weiteren entwicklungspolitischen Bildungsarbeit mit ihnen widerspiegeln.

Sigrun Landes-Brenner arbeitet beim Werk Brot für die Welt/Evangelischer Entwicklungsdienst. Im Rahmen der Inlandsförderung gibt es eine Programmlinie für die Förderung u.a. von Schulpartnerschaften. Sigrun Landes-Brenner wird die Ergebnisse aus Sicht einer Fördereinrichtung kommentieren, die sich sehr viele Gedanken über die „Bedingungen“ von Lernreisen gemacht hat.

Ziel des Fachgespräches ist es, am Ende über eine größere Klarheit zu verfügen, wie man im Rahmen von Schulpartnerschaften „sichert“, dass die beteiligten Schüler/innen aus Deutschland sich der vorhandenen, oftmals vorurteilsbeladenen Bilder im Kopf bewusst sind, die eigene Rolle kritisch reflektieren und offener sind für einen erweiterten Referenzrahmen des eigenen Denkens und Handelns. Das Fachgespräch soll auch für Asymmetrien in den Begegnungen zwischen Nord- und Süd sensibilisieren.

Zielgruppe: Das Fachgespräch richtet sich an Hauptamtliche und Ehrenamtliche, die im Feld der Schulpartnerschaften und Begegnungsprogramme engagiert sind.

Wir freuen uns über Ihre/Eure Teilnahme an dem Fachgespräch und bitten – zwecks besserer Planung– um verbindliche Anmeldung (Email, Fax, Telefon) bis zum 10.01.2014.

Einladung zum Ausdrucken/Downloaden

 
 
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