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Ich mache, also wirke ich!?

Quantitative und qualitative Indikatoren

Liebe Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Indikatoren-Workshop,

im Folgenden ein paar Überlegungen zur Unterscheidung von qualitativen und quantitativen Indikatoren:
Prinzipiell entscheidet sich die Frage, ob es sich um einen qualitativen oder um einen quantitativen Indikator handelt, danach, ob man Qualität durch Zahlen (quantitativ) oder durch Merkmale oder Eigenschaften (qualitativ) ausdrückt.

Im Handbuch der Evaluationsstandards (Sanders 2006) wird dies mit Bezug auf die Datenerhebung und -auswertung folgendermaßen präzisiert:
„Viele Evaluationen erzeugen und analysieren quantitative [Hervorhebung durch Verf.] Informationen. Diese Informationen könnten z.B. folgender Art sein: Alter, sozio-ökonomische Merkmale der Befragten; Maße für Leistung, Einstellung und Verhalten. Aufgabe der quantitativen Analyse ist es, diese Informationen zu ordnen, zusammenzufassen und zu interpretieren [...]. Qualitative [Hervorhebung durch Verf.] Informationen bestehen aus Beschreibungen und Informationen, die in Worten und nicht in Zahlen gefasst sind. Diese Informationen stammen aus vielerlei Quellen: strukturierten und unstrukturierten Interviews, teilnehmenden und nicht-teilnehmenden Beobachtungen, Anhörungen, Dokumenten und Aufzeichnungen sowie unaufdringlichen Datenerhebungen verschiedener Art. Die Informationen können gezielt gesammelt werden oder sie werden einem ganz unerwartet zur Kenntnis gebracht. Sie können sich auf Entscheidungen, Ziele, Pläne, Prozesse und/oder Ergebnisse beziehen und können als Beschreibungen, logische Argumente, Interpretationen und/oder Eindrücke aufgezeichnet werden. Eine qualitative Analyse in einer Evaluationsstudie ist der Prozess der Erhebung, Auswertung und Interpretation von qualitativen Informationen über ein Programm, die auf eine bestimmte Fragestellung bezüglich dieses Programms eine Antwort liefern werden. Das Ergebnis ist eine Darstellung in erzählender Form, bei der den Informationen nur selten Zahlen zugeordnet werden. Zwar können qualitative Daten manchmal sowohl auf quantitative als auch qualitative Weise ausgewertet werden, aber die qualitative Analyse kann den Daten eine Tiefe und einen Blickwinkel verleihen, wie es allein durch die quantitative Datenerhebung nicht möglich wäre“ (Sanders 2006, S. 199ff.).

Beispiele für quantitative Indikatoren (1) wären dementsprechend:

  • 300 Personen haben auf der am Aktionsstand ausgelegten Liste unterschrieben.
  • 100 Teilnehmende haben an einer Veranstaltung teilgenommen.
  • 80% der Teilnehmenden können die wesentlichen Inhalte der Veranstaltung richtig wiedergeben.
  • 70 % der Teilnehmenden waren mit der Veranstaltung zufrieden.
  • 70 % der Teilnehmenden äußerten, sie würden bei einer Wiederholung der Veranstaltung wieder teilnehmen.
  • 50 % der fortgebildeten Multiplikatoren haben eigene Veranstaltungen durchgeführt.
  • 20 Presseberichte sind veröffentlicht worden.
  • Das erstellte Material wurde 100x bestellt.

Beispiele für qualitative Indikatoren wären demgegenüber:

  • Die Auslagen am Aktionsstand regten einen Großteil der Besucher an, stehen zu bleiben und bzgl. einiger Einzelaspekte intensiver nachzufragen.
  • In der Veranstaltung ist es gelungen, einen Bezug zur Lebenswelt der Teilnehmenden herzustellen.
  • Die Teilnehmenden können die vermittelten Inhalte im Rahmen eines Rollenspiels anwenden.
  • Die Teilnehmenden können verschiedene Handlungsmöglichkeiten nennen und in ihren Chancen und Risiken reflektieren.
  • Die Multiplikator(inn)en sind in der Lage, die im Rahmen ihrer Qualifikation vermittelten Methoden in ihrer eigenen Arbeit anzuwenden. (Oder: In den Veranstaltungsdokumentationen, die die Multiplikator(inn)en abgeben, spiegeln sich die in ihrer Qualifizierung vermittelten Methoden wider.)
  • Im Pressebericht wurden die inhaltlichen Schwerpunkte der Veranstaltung sachlich richtig wiedergegeben.
  • Der Pressebericht erschien im „Städtischen Tageblatt“ an prominenter Stelle.
  • Das erstellte Material wird von den Besteller(inne)n als benutzerfreundlich bewertet (z.B. übersichtlich, strukturiert, altersangemessene Sprache und Illustration).

Ich hoffe, diese Überlegungen helfen ein wenig weiter. Falls Ihr Rückfragen habt, lasst es mich wissen.
Viel Erfolg bei Euren Vorhaben und herzliche Grüße aus Nürnberg!

(1) Die Zahlenangaben sind rein fiktiv und sind nicht als Messlatte für die Qualität von Veranstaltungen zu verstehen.

 
 
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