Entstehung/Herkunft des Stiftungskapitals
Die Stiftung verdankt ihre Existenz der Solidarität von Millionen Bürgerinnen und Bürgern der DDR. Das Ende der DDR war, wie in vielen anderen gesellschaftlichen Bereichen, gleichzeitig Beginn und Aufbruch: Solidaritätsgruppen, die bislang unter dem Dach der Kirche gearbeitet hatten, wuchsen und traten selbständig auf, neue Vereine entstanden, in denen sich Menschen zusammenfanden, die ihre Vision von internationaler Solidarität leben wollten.
VertreterInnen dieser neuen Gruppen trafen mit den Protagonisten der DDR-Solidaritätsarbeit, mit Politikerinnen und Politikern, Personen aus dem kirchlichen und dem wissenschaftlichen Bereich am Entwicklungspolitischen Runden Tisch zusammen. Sie diskutierten die Vergangenheit, die so schnell sich wandelnde Gegenwart – und sie wollten die Weichen für die Zukunft stellen. Trotz all der verschiedenen Interessen gab es ein gemeinsames Ziel: die Vereinigung beider deutscher Staaten sollte nicht zu Lasten der Menschen in der „Dritten Welt“ gehen.
Dazu war es nicht nur erforderlich, die bisherigen Solidaritätsprojekte der DDR unter die Lupe zu nehmen – der Entwicklungspolitische Runde Tisch trug entscheidend dazu bei, dass sinnvolle Vorhaben durch gesamtdeutsche Institutionen weitergeführt wurden.
Es war auch erforderlich, über das „Erbe“ des Solidaritätskomitees – Spenden in Höhe von etwa 50 Mio. DM - zu entscheiden. Der Wille der Spenderinnen und Spender, zu einer gerechteren Welt beizutragen und die Menschen in Asien, Afrika und Lateinamerika zu unterstützen, sollte auch nach dem innerdeutschen Wandel respektiert und verwirklicht werden. Dafür hat sich der Entwicklungspolitische Runde Tisch gegen viele Widerstände erfolgreich eingesetzt. Im Konsens mit allen Beteiligten wurde die Errichtung der Stiftung Nord-Süd-Brücken beschlossen.
Die Stiftung ist parteipolitisch unabhängig und gemeinnützig. Sie führt keine eigenen Auslandsprojekte durch, sondern fördert und begleitet die vielfältige Arbeit von ostdeutschen Nichtregierungsorganisationen und ihren Partnern im Süden.
zum weiterlesen ....
Manfred Belle: „Der Entwicklungspolitische Runde Tisch in der DDR und im vereinten Deutschland – Ziele, Arbeitsweise und Ergebnisse einer außergewöhnliche Institution“
„Im Osten nichts Neues?! Entwicklungspolitisches Engagement 10 Jahre nach der Wende“ Bericht über das Forum der Stiftung am 12.10.1999 im Bonhoeffer-Haus
„Noch die Internationale Solidarität?“ Ansichten und Informationen zur Vereinigung der deutsch-deutschen Entwicklungspolitik
(Die Broschüren können kostenlos in der Geschäftsstelle bestellt werden.)

