Jahresveranstaltung zum Freiwilligendienst
Bericht von der Jahresveranstaltung der Stiftung-Nord-Süd-Brücken zum neuen entwicklungspolitischen Freiwilligendienst weltwärts
weltwärts: vorwärts oder rückwärts: Was bringt der neue entwicklungspolitische Freiwilligendienst?
unter diesem Motto stand die diesjährige Jahresveranstaltung der Stiftung Nord-Süd-Brücken am 10.07.2008 in Berlin, welche diesmal in Kooperation mit der weltwärts Entsendeorganisation IJGD stattfand. Während der IJGD als traditionsreiche und etablierte Entsendeorganisation bereits in diesem Jahr mehr als 100 Teilnehmer über das weltwärts-Programm ausreisen lässt, hat die Stiftung Nord-Süd-Brücken eigens eine servicestelle weltwärts eingerichtet, welche den NROs der ostdeutschen entwicklungspolitischen Szene Unterstützung und Beratung für die Teilnahme am weltwärts-Programm anbietet. weltwärts bewegt derzeit offenbar viele Organisationen, so dass mehr als hundert Teilnehmer der Einladung der Stiftung gefolgt waren und der Diskussion auf den zwei Podien lauschten. Die Podien waren mit Vertretern ostdeutscher Nichtregierungsorganisationen, vom IJGD und seiner Südpartner aus Kenia und Indien, Ministerialdirektor Hans-Dietrich Lehmann aus dem BMZ und von Monika Dülge von VENRO besetzt. Zunächst wurde mit den Südpartnern und NRO-Vertretern diskutiert, was weltwärts den Akteuren und den Freiwilligen im Einzelnen bringt. Hierbei war bemerkenswert, dass den anwesenden Südpartner sehr wohl bewusst ist, dass die Freiwilligen nicht als Entwicklungshelfer kommen. Sheila Johnson-Kennedy von UDAVI aus Indien bemerkte dazu: „Sie sind uns als Freiwillige herzlich willkommen und wir schauen dann, was in Ihnen so steckt". Auch die Frage, ob die Freiwilligen einen „Angriff auf den einheimischen Fachkräftemarkt" darstellten wurde verneint: „Die Freiwilligen stellen eher eine zusätzliche Komponente für unsere Arbeit dar und befruchten den Austausch mit unseren lokalen Arbeitskräften". Also alles in Ordnung? Christian Weinert von VolNet e.V., einem bisher ungeregelten Freiwilligendienst empfindet das Programm als Dilemma. Zum einen werde man nicht umhinkommen, sich daran zu beteiligen, zum anderen bewirke jedoch das „Taschengeld" von mindestens 100 € im Monat eine Veränderung der Wahrnehmung der Freiwilligen. Für die Einsatzregion von VolNet in Gambia bedeuten 100 € im Monat bereits ein erhebliches Einkommen und im Gegensatz zu früher kann dann nicht mehr so einfach vermittelt werden, dass es sich bei den weltwärts-Freiwilligen um Freiwillige handelt, die kein finanzielles Interesse an dem Aufenthalt haben. Auch das zweite Podium, welches sich mit der Rückkehrerarbeit beschäftigte und versuchte herauszufinden, wie die Rückkehrer in Zukunft in die entwicklungspolitische Inlandsarbeit eingebunden werden, wartete mit einigen neuen Erkenntnissen auf. Zunächst wurde über die Rahmenbedingungen diskutiert, an denen sich ein Konzept für die Rückkehrerarbeit orientieren müsse. Monika Dülge (VENRO) regte dafür die Einbettung in das Rahmenkonzept des Globalen Lernens an. Thomas Schmidt vom Eine Welt Greifswald e.V. wies darauf hin, das für ein solches Konzept die Erfahrungen aus anderen Diensten wie dem FSJ und FÖJ nutzbar gemacht werden sollten und Hans-Dietrich Lehmann vom BMZ lud ein, sich dazu auf der im November stattfindenden Trägertagung auszutauschen und in die Diskussion einzubringen. Dann überraschte er noch mit der Ankündigung, „das Reverseprogramm für Südpartner wird folgen", jetzt sollten sich aber alle Beteiligten darauf konzentrieren, das Entsendeprogramm „mit Herz" in Gang zu bringen. Das Rahmenprogramm der Veranstaltung wurde durch den Film „Ein Sommer Sansibar" mit Filmausschnitten und Stimmen einer deutsch-sansibarischen Begegnung von Sascha Krüger und gepflegte Weltküche bereichert.
Programm/Flyer


